Bis 1912 waren 33 Orte des Kreises Gelnhausen direkt mit der Eisenbahn zu erreichen
oder lagen nicht mehr als zwei Kilometer vom nächsten Haltepunkt der Bahn entfernt. Nachdem Pläne,
das Eisenbahnnetz zu erweitern, verworfen wurden, plante man, weitere Orte über Buslinien anzubinden.
Damit sollten dann insgesamt 58 Orte des Kreises an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen sein.
Nachdem die Postverwaltung von ihrem Plan abgerückt war, in Lohrhaupten zwei Busse zu stationieren,
wurde am 23. Juli 1913 von mehreren Gemeinden die “Automobil-Omnibus-Gesellschaft (G.m.b.H.) im Kreise
Gelnhausen” gegründet.
Für den Betrieb bestellte die Gesellschaft bei den Benz-Werken in Gaggenau vier Omnibusse, die jeweils
13 Personen befördern konnten und für eine Höchstgeschwindigkeit von 35 bis 40 km/h ausgelegt waren.
Die Gemeinden an den Endpunkten der Strecke hatten sich bereit erklärt, Unterstellmöglichkeiten für
die Busse bereit zu stellen. Hierfür wurden bevorzugt abfallende Gelände gesucht, da dort die Busse
ohne manuelles Ankurbeln angelassen werden konnten.
Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges am 2. August 1914 mussten die Aktivitäten der Verkehrsgesellschaft
beendet werden. Im Rahmen der Mobilmachung wurden alle Fahrer von der Heeresverwaltung eingezogen.
Der Busverkehr wurde auf allen Linien eingestellt. Die Omnibusse wurden am 8. Oktober 1914 von der
Heeresverwaltung beschlagnahmt.
Die Gesellschaft erhielt hierfür eine Entschädigung von 50.000,- M. Dennoch wurde die Gesellschaft
nicht aufgelöst. Da weder Überschuldung noch Zahlungsunfähigkeit vorlag, bestand keine Notwendigkeit,
Konkurs anzumelden.
Nach Ende des 1. Weltkrieges suchte der Geschäftsführer der Gesellschaft, Franz Cordes, nach Wegen,
den Linienbetrieb wieder aufzunehmen.
Nach sechsjähriger Pause wurde schließlich der Betrieb auf der Vogelsbergstrecke unter Regie der
Auto-Omnibusgesellschaft G.m.b.H. wieder aufgenommen. Trotz relativ guter Betriebsergebnisse musste
die Omnibusverbindung zum 30. September 1922 eingestellt werden. Die sprunghafte Teuerung der
Betriebsstoffe und der Löhne um mehr als das 500-fache hatten den Aufsichtsrat am 12. September
zu diesem Schritt gezwungen.
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